Gleich gegenüber der Tramhaltestelle liegt der Eingang zum alten Friedhof. Das kleine Verwalterhaus steht nur wenige Schritte dahinter, beinahe verborgen unter den alten Bäumen. Ihr Schatten breitet sich schützend über das Dach, und für einen Moment scheint der Lärm der Straße weit entfernt. Nur wenn die Straßenbahn hält, dringt ihr metallisches Kreischen herüber – ein kurzer, fremder Ton inmitten der Stille.
Im Inneren des Hauses ist derzeit eine Ausstellung des amerikanischen Fotografen Michael Ackermann zu sehen. Seine Bilder zeigen Menschen in alltäglichen Momenten, meist Porträts, oft in leisen, fast intimen Szenen. Es scheint, als kenne der Fotograf viele seiner Motive persönlich. Die Aufnahmen hängen ungerahmt an den Wänden, manche so klein wie Polaroids. Diese Schlichtheit passt zum Ort. Das Verwalterhaus, einst Sitz der Friedhofsverwaltung, steht seit Jahren leer – und gerade das Unfertige, das Unrenovierte verleiht der Ausstellung eine besondere Atmosphäre.
Im Eingangsbereich hat ein kleines Café seinen Platz gefunden. Wer möchte, nimmt sich ein Getränk mit nach draußen, setzt sich unter die Bäume und lauscht dem leisen Rauschen der Stadt.




Hinter dem Haus öffnet sich der alte Friedhof. Er ist überschaubar, beinahe vertraut, kein Vergleich zu den weitläufigen Anlagen in Stahnsdorf oder Weißensee. Einige Gräber sind gepflegt, mit Blumen und Kerzen geschmückt, andere sind längst überwuchert und kaum noch zu erkennen. Doch gerade das macht den Reiz dieses Ortes aus. Zwischen Farnen und Sträuchern ragen verborgene Steine und verwitterte Säulen hervor. Eichhörnchen huschen durchs Unterholz, ohne Scheu vor den wenigen Spaziergängern. Und am anderen Ende, hinter den Bienenstöcken, schließt sich der Kreis – zwischen Leben, Erinnerung und der stillen Gegenwart.




Meine Aufnahmen stammen vom Juni 2025.
Vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Fotografie und meinen Texten.
Erik Boß
Hier ist der Link zum aktuellen Programm des Verwalterhauses.
