Eine Läuferin in der tief stehenden Herbstsonne

In der Altstadt Köpenick

Ich beginne meinen Blog mit einem Spaziergang in die Altstadt Köpenick. Ab heute veröffentliche ich jeden zweiten Sonntag einen neuen Beitrag in meinem Blog Flanieren & Lesen.

Die Altstadt Köpenick wird gerne von Touristen besucht, sie besichtigen vor allem das Schloss, in dem sich heute ein Kunstgewerbemuseum befindet. Zum Schloss führt eine breite Promenade am Zusammenfluss von Spree und Dahme, und am Ufer legen die Dampfer an. Rund um das historische Rathaus ziehen sich kleine Straßen mit Kopfsteinpflaster – vertraute, leicht verwinkelte Wege, die den Ort ruhig und nah wirken lassen.

Der kleine, überschaubare Stadtteil lässt sich auf verschiedenen Wegen erreichen. Wer mit der Straßenbahn oder dem Ausflugsschiff anreist, landet direkt beim Rathaus und steht sofort mitten im Geschehen. Ich gehe heute meinen eigenen Weg und laufe entlang der Wendenschloßstraße zu einer kleinen Grünanlage, die ich zum ersten Mal betrete.

Ich wohne in Friedrichshagen, etwa zwanzig Minuten mit dem Fahrrad von der Altstadt entfernt. Trotz dieser Nähe gibt es für mich im Alltag nur wenige Gründe, in die Altstadt zu fahren. Früher befand sich im Rathaus das Bürgeramt, aber es wurde wegen Bauarbeiten nach Adlershof verlegt. Auch die gut ausgestattete Bibliothek nutze ich seit Jahren nicht mehr. Aber sie ist mir in angenehmer Erinnerung geblieben, in ihr lernte ich Wilhelm Genazino kennen, ihn möchte ich später einmal in meinem Blog vorstellen.

Während ich weitergehe, fällt mir auf, wie belebt die Straßen sind, es scheint, dass viele Menschen hier wohnen oder arbeiten. Touristen hingegen erkennt man leicht: Ihr Blick ist suchender, offener, während erwachsene Berliner fast immer ein Ziel haben. Vielleicht ist es genau das, was uns unterscheidet – die Art, wie wir schauen und wie schnell wir gehen.

In den Grünanlagen sitzen Familien mit Decken auf der Wiese, Kinder spielen in der Nähe, und eine freundliche Gelassenheit liegt über allem. Sie steckt an und lädt dazu ein, die Welt für einen Moment leichter zu nehmen. Etwas abseits haben sich Jugendliche versammelt, die den frühen Abend gemeinsam beginnen.

Beim Flanieren bin ich fast immer mit Kamera und Handy unterwegs, manchmal auch mit meiner großen Lumix. Ab heute möchte ich wieder regelmäßig fotografische Eindrücke meiner Spaziergänge durch Berlin teilen. Es geht mir dabei nicht um Dokumentation, sondern um Stimmung – um das leise Gefühl, das bleibt, wenn man innehält und schaut. Vier Bilder pro Beitrag sollen genügen. Ich bin gespannt, wie sich dieses kleine Projekt im Lauf der Zeit entwickeln wird.

Durch Tippen oder Klicken auf ein Foto lässt es sich vergrößern. Im Vollbildmodus können Sie durch Wischen oder, auf dem Notebook, durch Drücken der Pfeiltasten <>, weitere Bilder anschauen.

Vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Fotografie und meinen Texten.
Erik Boß

Nach oben scrollen