Eigenes Foto am Rande einer Ausstellung im co

In der Fotogalerie c|o am Zoo

Ein Besuch im c|o Berlin. Hier entsteht auch meine kleine eigene Serie: flüchtige Momente, halb im Licht, halb im Schatten, eine Suche nach dem, was sich hinter den Dingen zeigt

Ein lauter Mittwochvormittag in Berlin. Vor dem Amerikahaus rauscht der Verkehr, Züge halten am Bahnhof Zoo, Menschen eilen vorbei. Ein paar Schritte weiter öffnet sich die Tür zur Galerie c|o Berlin – und mit ihr eine andere Welt. Hier verlangsamt sich die Zeit.

Ich bin mit meinem Fotokurs unterwegs, wir besuchen die Ausstellung des amerikanischen Fotografen Tyler Mitchell. Zwischen den großformatigen Bildern, dem gedämpften Licht und den leisen Gesprächen beginne ich selbst zu sehen – anders, genauer, nachdenklicher vielleicht.

Das c|o Berlin ist für mich ein wichtiger Ausstellungsort, wenn es um zeitgenössische künstlerische Fotografie geht. Seit einigen Jahren befindet sich die Galerie im ehemaligen Amerikahaus, gleich neben dem Bahnhof Zoo in der Hardenbergstraße. Schon beim Betreten spüre ich die besondere Atmosphäre – offen, urban und zugleich still, hier ist alles auf das Schauen ausgerichtet.

Gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden des Fotokurses wandere ich durch die Räume. Wir fotografieren uns selbst, die ausgestellten Werke, die Besucherinnen und Besucher, die Linien der Architektur, das Licht. Am nächsten Tag werden wir unsere Aufnahmen gemeinsam betrachten und besprechen, was uns aufgefallen ist, was uns berührt hat.

In einer Galerie denke ich immer auch darüber nach, was mir Fotografie bedeutet. Viele Jahre war ich überwiegend auf der Straße unterwegs, suchte das Zufällige, das Ungeplante. Heute finde ich ebenso Freude in der Landschaft, in den stillen Formen der Natur. Aber ich möchte mich nicht darauf beschränken. Vielleicht wage ich mich auch einmal an Porträts, oder es gelingt mir noch mehr als bisher, die Schönheit,die sich hinter den Dingen verbirgt, zu erkennen und ins Bild zu setzen.

Meine kleine Serie, die heute in der Galerie entsteht, interpriere ich als eine Serie über das Sehen selbst – sie pendelt zwischen Nähe und Distanz, zwischen Klarheit und Unklarheit.

Vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Fotografie und meinen Texten.
Erik Boß

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