Auf der Meisterfeier von Alba Berlin

Seit vielen Jahren gehe ich mit meiner Dauerkarte zu den Heimspielen von Alba Berlin. Nun sind die Basketballer sensationell Deutscher Meister geworden.

Das entscheidende Spiel um die Meisterschaft ist – mal wieder – auswärts in München. Dort gelingt Alba der sensationelle Coup. Zurück in Berlin feiern Mannschaft und Fans zwei Tage später im Jahn-Sportpark im Prenzlauer Berg das gelungene Ereignis.

Es gibt Freibier, kostenlose Erfrischungen und Bratwurst vom Grill. Tom Böttcher, seit ewigen Zeiten Hallensprecher bei Alba, stimmt das Publikum mit seiner sympathischen und ungezwungenen Art auf die Feier ein. Als die Spieler endlich kommen, führt er kurze Interviews mit Spielern und Managern. Einer fehlt, es ist Jack Kayil, der uns in der gesamten Saison mit seinen Körben glücklich gemacht hat. Er ist schon in den USA und wird wohl in der kommenden Saison in der NBA spielen.

Im Basketball gewinnt bekanntlich die Mannschaft, die sich am Ende der Saison in den sogenannten Play-Offs durchsetzt. Alba musste über die maximale Anzahl von 15 Spielen gehen, und das innerhalb von fünf Wochen.

Ich bin mit meinem Sohn über die gesamte Saison im Fanblock. Wir tragen ein gelbes Alba-Shirt und klatschen ununterbrochen mit den bloßen Händen. Wir singen alle Lieder und brüllen Defense, wenn der Gegner angreift. Wenn es gut läuft, schultern wir unseren Nachbarn und hüpfen. Erstaunlicherweise schaffe ich das sogar noch, aber ich bin doch froh, wenn ich wieder normal stehen kann. Im Fanblock stehen wir während des gesamten Spiels, nur in den Pausen können wir uns etwas erholen.

Basketball ist das Spiel der Läufe. Plötzlich gelingt einer Mannschaft alles und beim Gegner geht gar nichts mehr. Wenn Alba einen solchen Lauf hat, dann sind wir Fans völlig aus dem Häuschen. Jeder gelungene Dreier, also Würfe von ganz weit draußen, wird mit den Nachbarn im Fanblock abgeklatscht. Wenn der Gegner seinen Lauf hat, singen wir trotzdem unsere Lieder, aber es ist natürlich Wehmut dabei. So geht es immer hin und her.

Die Finalspiele konnte ich wegen einer Zahn-OP nicht mehr live mitverfolgen, aber das Fernsehen überträgt zum Glück jedes Spiel. Bei der Meisterfeier bin ich wieder halbwegs genesen, das Essen fällt noch schwer, aber ich bin froh, noch einmal die Mannschaft mit dem gewonnenen Meisterpokal in den Händen zu sehen.

Vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Fotografie und meinen Texten.
Erik Boß

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